Filmkritik: „Beau hat Angst“
Harry Moore 1. Mai 2023Filmkritiken, Filme
Ari Aster, der aktuelle Liebling des anspruchsvollen Horrors, hat eine kühne und von Natur aus polarisierende tragikomische Odyssee über die Beziehung zwischen jüdischen Männern und ihren Müttern geschaffen. Angst ist ein ständiges Thema in „Beau Is Afraid“. Wie der Titel schon sagt, hat der gleichnamige Beau von Joaquin Phoenix Angst vor allem und jedem um ihn herum. Und warum sollte er es nicht sein? Die Version von New York, in der er lebt, ist eine chaotische Höllenlandschaft voller umherziehender Banden, messerschwingender Verrückter und giftiger Spinnen. Leider stirbt Beaus Mutter unerwartet und er begibt sich auf eine gefährliche Reise zu ihrem Denkmal.
Nachdem er sich mit seinem Debüt „Hereditary“, das so etwas wie ein Horror-Klassiker wurde, und seinem beunruhigenden Nachfolger „Midsommar“ einen Namen gemacht hat, hat Aster die Fans auf ein herausforderndes und emotional vernichtendes Werk vorbereitet. Aber mit seiner langsamen, dreistündigen Laufzeit und den regelmäßigen Abweichungen in scheinbar belanglose Sackgassen der Erzählung ist „Beau Is Afraid“ möglicherweise selbst für die gläubigsten Aster-Fans ein zu großer Sprung, als dass er ihn schaffen könnte. Wie er immer ist, ist Phoenix im Mittelpunkt des Films hervorragend, er meistert die wechselnden Töne der Geschichte und bringt die trockenen, komödiantischen Beats mit Leichtigkeit auf den Punkt. Phoenix ist während der Dauer des langen Films selten außerhalb des Bildes, aber er macht immer etwas Interessantes und Mitreißendes. Es ist ein weiterer Beweis dafür, warum er zu den besten Schauspielern der letzten über 20 Jahre gehört.
